Lehrstuhl für Landschaftsökologie Technische Universität München, Wissenschaftszentrum Weihenstephan     Studium für Naturschutz, Ökologie und Landschaftsplanung


Studium des Umwelt- und Naturschutzes – Studium der Landschaftsplanung

Was ist Landschaftsplanung?
Das Studium der Landschaftsplanung an der Technischen Universität München
Lehrform : Projektstudium
Berufsmöglichkeiten
Doktorarbeit
Studienort

 
 
  Was ist Landschaftsplanung?
Zum Umwelt- und Naturschutz trägt das Wissen vieler Fächer bei, von der Biologie über die Klimatologie bis zur Psychologie. Aber dessen Ziele zu verwirklichen ist in erster Linie Aufgabe des Faches Landschaftsplanung. Naturschutz ist in Deutschland eine staatliche Aufgabe, für die eine große Zahl von Behörden und anderen staatlichen Stellen eingerichtet wurde, und das zentrale Planungsinstrument zur Verwirklichung der Ziele des Naturschutzes, so ist es rechtlich geregelt, ist die Landschaftsplanung.

Exkursion nach Siebenbürgen

Darum umfaßt das Studium dieses Faches das Gebiet des Umwelt- und Naturschutzes im Ganzen, nicht nur einzelne Aspekte (etwa technische oder biologische). Wer sich für einzelne Aspekte interessiert, kann sich z. B. im Rahmen eines Biologie- oder Ingenieurstudiums spezialisieren. Wer aber Umwelt- und Naturschutz im umfassenden Sinne als Beruf ausüben möchte, muß Landschaftsplanung studieren.
In der Landschaftsplanung stehen „die Leistungs- und Funktionsfähigkeit des Naturhaushalts“, die „Tier- und Pflanzenwelt“ und „die Vielfalt, Eigenart und Schönheit sowie der Erholungswert von Natur und Landschaft“ im Mittelpunkt, wie es im §1 des Bundesnaturschutzgesetzes heißt. Landschaftsplaner müssen Landschaften analysieren können im Hinblick auf den Wert, den sie für uns haben, und sie müssen die Gefahren erkennen können, die ihnen drohen. Das reicht von der Ausrottung von Tieren und Pflanzen bis zum Verschwinden historischer Landschaftsbilder. Landschaftsplaner müssen aber vor allem in der Lage sein, Mittel zu finden, diesen Gefahren wirksam zu begegnen. Dazu ist ökologisches und technisches Wissen ebenso nötig wie Wissen darüber, auf welche Weise politische Entscheidungen zustande kommen. Nun sind die Ziele des Natur- und Umweltschutzes nicht ohne weiteres mit den Zielen wichtiger gesellschaftlicher Kräfte – von der Landwirtschaft bis zur Industrie – vereinbar. Darum besteht die Berufspraxis der Landschaftsplaner oft darin, Interessen abzuwägen und Konflikte zu lösen, beispielsweise indem sie die Bürgerbeteiligung beim Bau von Straßen oder Siedlungen organisieren.
Das Studium der Landschaftsplanung unterscheidet sich erheblich von dem der meisten anderen Fächer an der Universität. Das ist unter anderem deshalb erforderlich: Umwelt- und naturschutzbezogene Forschungsergebnisse, z. B. solche der Wissenschaft Ökologie und anderer Naturwissenschaften, können nur dann praktisch wirksam werden, wenn sie zu Entscheidungen in Politik, Rechtswesen und Wirtschaft beitragen. Dazu müssen sie aber so erarbeitet und dargeboten werden, daß sie den politischen, juristischen, und ökonomischen Systemen, die ja ihrer eigenen Logik folgen, überhaupt zugänglich sind. Ein Großteil der Forschungsergebnisse erfüllt diese Bedingung nicht und bleibt deshalb für den Umwelt- und Naturschutz ohne jede praktische Bedeutung. Vor allem wegen der hochgradigen? Spezialisierung sind diese Ergebnisse beispielsweise denen, die in staatlichen und kommunalen Verwaltungen arbeiten, wo solche Entscheidungen getroffen werden, meist unverständlich. Sie geben auch keine Antwort auf die Probleme, die dort zu lösen sind: Dazu ist ein wissenschaftliches Spezialfach kaum jemals in der Lage. Es ist eine wesentliche Aufgabe der Landschaftsplanung, diese Lücke zu überbrücken. Im Studium muß man daher lernen, Ergebnisse äußerst unterschiedlicher wissenschaftlicher Disziplinen so aufzubereiten, daß sie zum Zweck praktischer Problemlösungen zusammengeführt werden können.
Das Studium ist deshalb in einem Höchstmaß interdisziplinär. An der Universität ausgebildete Landschaftsplaner müssen die Grundlagen einer ganzen Reihe von Gebieten kennenlernen, wie sie unterschiedlicher kaum sein können. Das beschränkt sich nicht auf Natur-, Wirtschafts- und Ingenieurwissenschaften. Auch künstlerisch-gestalterische und geisteswissenschaftliche Fächer sind eingeschlossen, da Natur und Landschaft ja auf uns auch ästhetisch wirken und von symbolischer Bedeutung sind. Ohne dies zu berücksichtigen, lassen sich weder Heimatgefühle noch die Sehnsucht nach der Natur ferner Länder verstehen. – Erlernt werden muß vor allem der „Informationstransfer“ zwischen solchen verschiedenartigen Wissenschaftsfeldern. Dazu ist einiges an Wissen über systematische Unterschiede zwischen verschiedenen Typen von Wissenschaften erforderlich. Aber nicht nur über die Unterschiede zwischen Wissenschaften, auch über das Verhältnis zwischen Wissenschaft und anderen Feldern unseres Denkens und ebenso des Fühlens und Handelns – wie Ethik, Ästhetik, Politik – muß man einiges wissen. Da es letztlich um reale Erfolge geht, ist es darüber hinaus notwendig, das erlernte Wissen anhand praktischer Fälle einzuüben. Es muß aber auch möglich sein, sich zu spezialisieren und ein bestimmtes wissenschaftliches Fach vertieft zu studieren. Das ist vor allem die Ökologie. Sie bildet den Schwerpunkt des Studiums die auch für diejenigen, die sich nicht besonders darauf spezialisieren. Doch sind auch andere Spezialisierungen möglich.

 

 

 

 

Das Studium der Landschaftsplanung an der TU München
Universitäre Studiengänge der Landschaftsplanung gibt es in Deutschland außer an der TU München noch an vier weiteren Universitäten. Im angloamerikanischen Sprachraum werden entsprechende Studiengänge meist environmental planning genannt. In Deutschland gibt es heute auch im Rahmen einiger anderer Fächer (z. B. Biologie, Geographie, manche Ingenieurfächer) Spezialisierungsmöglichkeiten, die als eine Vorbereitung auf eine Berufstätigkeit im Umwelt- und Naturschutz gedacht sind. Im Fach Landschaftsplanung aber – und im wesentlichen nur hier – ist das gesamte Studium auf dieses Ziel ausgerichtet, und es hat einen erheblich weiteren Horizont: Es geht nicht nur um Tiere und Pflanzen oder um Schadstoffe, sondern eben in erster Linie um Landschaften. Diese interessieren uns ja als Ganze, d. h. nur in ökologischer Hinsicht, sondern auch aus ästhetischen und kulturellen Gründen.


Exkursion in den Alpen

An der TU München kann man das Fach – früher unter dem Namen Landespflege – seit 50 Jahren studieren. Heute ist Landschaftsplanung eine der beiden Vertiefungsrichtungen an der „Studienfakultät Landschaftsarchitektur und Landschaftsplanung“. Es gibt einen 8-semestrigen Bachelor-Studiengang. Im Rahmen des 4-semestrigen Master-Studiengangs „Umweltplanung und Ingenieurökologie“ ist an dieser Studienfakultät im Anschluß ein vertieftes Studium des Faches Landschaftsplanung möglich. Ein 3-semestriger Masterstudiengang „Landschaftsplanung und Naturschutz“, der das Bachelor-Studium unmittelbar fortsetzt, wird z. Z. vorbereitet.
Das erste Studienjahr ist für zukünftige Landschaftsarchitekten (mit künstlerisch-gestalterischer Orientierung) und zukünftige Landschaftsplaner (mit Umwelt- und Naturschutzorientierung) identisch. Dieser gemeinsame Beginn ist neben der planungswissenschaftlichen (statt nur auf Erkenntnis orientierten) Ausrichtung entscheidend für den erheblichen Vorteil, den Absolventen der Landschaftsplanung in der Berufspraxis vor solchen haben, die z. B. von einem rein naturwissenschaftlichen oder technischen Studium aus eine Berufstätigkeit im Umwelt- und Naturschutz beginnen. Denn nur die Landschaftsplaner können ein umfassendes Verständnis dieses Aufgabengebietes entwickeln, ein Verständnis, das nicht auf den Ausschnitt beschränkt ist, der Naturwissenschaften zugänglich ist. Schwerpunkte dieses ersten Jahres sind neben Grundlagenfächern – wie Botanik und Wirtschaftswissenschaften – Einführungen in die eigentlichen Studienfächer (z. B. die Ökologie). Mit dem Beginn des zweiten Studienjahres entscheidet man sich zwischen den Vertiefungsrichtungen Landschaftsarchitektur und Landschaftsplanung. Fächer der folgenden Studienjahre sind in der Landschaftsplanung unter anderem Vegetationsökologie, Landschaftsökologie, Theorie der Ökologie, Bodenkunde, Wasserwirtschaft, Planungstheorie und Planungssoziologie. Das Studium wird mit einer dreimonatigen Bachelorarbeit abgeschlossen. Der zu erwerbende akademische Grad lautet "B. Sc." (Baccalaureus Scientiae, neudeutsch Bachelor of Science).
Man kann nach dem Bachelor-Abschluß die Universität verlassen, aber auch – sofort oder nach einigen Jahren Berufstätigkeit – im In- und Ausland in einem Masterstudiengang weiterstudieren. An der TU München in Weihenstephan besteht, wie schon erwähnt, derzeit die Möglichkeit, im Rahmen des Masterstudiengangs „Umweltplanung und Ingenieurökologie“ das Studium der Landschaftsplanung innerhalb der selben Studienfakultät fortzuführen, zukünftig auch im Masterstudiengang „Landschaftsplanung und Naturschutz“. Außerdem ist eine Fortsetzung des Studiums möglich im Studiengang „Ressourcenmanagement“ an der Studienfakultät Forst sowie in Form einer naturwissenschaftlichen Spezialisierung, nämlich im Masterstudiengang „Ökologie“ an der Studienfakultät Biologie.

 

Da das Bachelor-Studium 8 Semester dauert, ist der Abschluß, anders als bei den kürzeren Studiengängen anderer Universitäten, berufsqualifizierend. Um etwa ein Referendariat in einer für Umwelt- und Naturschutzfragen zuständigen Behörde beginnen zu können, ist im allgemeinen ein mindestens 8-semestriges Universitätsstudium der „Landespflege“ oder "verwandter Studiengänge" erforderlich – wozu die Landschaftsplanung zählt, nicht aber z. B. die Biologie oder die Geographie. Auch ermöglicht dieses Bachelorstudiums an der TU München den Absolventen der Vertiefungsrichtung Landschaftsplanung ebenso wie den Absolventen der Vertiefungsrichtung Landschaftsarchitektur, Mitglied der Architektenkammer zu werden, was für eine freiberufliche Tätigkeit wichtig sein kann.
Der akademische Grad „Master“, den man im Anschluß an den „Bachelor“ nach weiteren – je nach Studiengang – 2-4 Semestern erwerben kann, ist in jeder Hinsicht dem bisherigen Grad „Diplomingenieur“ gleichwertig. Beide berechtigen zur Promotion.
Für die Zulassung zu den Studiengängen ist eine Reihe von Voraussetzungen zu erfüllen, die in der Satzung des Eignungsfeststellungsverfahrens aufgelistet sind. Es zählt das Abiturzeugnis, doch kann ein weniger gutes Zeugnis ausgeglichen werden durch den Nachweis hoher Motivation für das Fach. Diese kann sich im „Eignungsfeststellungsgespräch“ zeigen oder darin, daß man sich schon als Schüler in Umwelt- und Naturschutzgruppen engagiert hat, auch ein einschlägiges Berufspraktikum gemacht hat usw. In [den Richtlinien] wird verlangt, eine „Mappe“ einzureichen. Davon darf man sich nicht irritieren lassen: Die Einschreibung erfolgt für Landschaftsplaner und Landschaftsarchitekten gemeinsam, und Zeichnungen usw. werden nur von Interessenten der ein Studium der Landschaftsarchitektur erwarten, für Landschaftsplaner eignen sich dagegen schriftliche Ausarbeitungen. Die Studiengebühren von 500 € je Semester werden ganz überwiegend zur Steigerung der Qualität der Ausbildung verwendet (Zuschüsse für den Auslandsaufenthalt, Berufsqualifizierung, individuelle Betreuung). Über die Verwendung entscheiden in erster Linie die Studenten selbst.

 
 
 

 

  Lehrform: Projektstudium
Das Studium an einer Universität hat den Anspruch, wissenschaftlich zu sein. Das bedeutet nicht, daß den Studenten Ergebnisse wissenschaftlicher Forschung vermittelt werden (das ist auch schon in der Schule so, ebenso an Fachhochschulen). Das Prinzip wissenschaftlichen Studiums ist vielmehr die Einheit von Forschung und Lehre. Die Studenten erlernen wissenschaftliches Arbeiten, indem sie an einer Institution, die keine Schule ist, sondern in erster Linie der Forschung dient, studieren und sich an der Forschung beteiligen. Das Studium der Landschaftsplanung ist an der Universität nicht weniger praxisbezogen als an der Fachhochschule. Der Unterschied ist, daß man an der Universität nicht fertiges Wissen lernt, sondern dieses Wissen selbst im Forschungsprozeß hervorbringt. In den meisten universitären Studiengängen ist dieses Ziel allerdings heute nicht mehr realisierbar. Das gilt vor allem für Massenfächer. Die Landschaftsplanung an der TU München aber ist alles andere als ein Massenfach: Die Studenten eines Jahrgangs kennen sich alle untereinander, ebenso Studenten und Dozenten. Sie sind ständig gemeinsam am arbeiten, beim Beobachten im Gelände ebenso wie beim Grübeln und Diskutieren im Seminar. Der universitäre Anspruch der Einheit von Forschung und Lehre kann in hohem Maße verwirklicht werden, besonders, aber nicht nur im Masterstudium. Das liegt nicht allein an den sehr überschaubaren Verhältnissen, sondern auch daran, daß das Fach, anders als hochspezialisierte wissenschaftliche Disziplinen, so lebensnah ist. Darum sind viele Forschungsfragen auch Studenten zugänglich. Schließlich liegt es daran, daß das Fach praxisorientiert ist und sich praktische Fähigkeiten am besten dadurch erlernen lassen, daß man diese Praxis selber ausübt, zusammen mit solchen, die darin schon mehr Erfahrung haben.

Exkursion nach Sibirien

Das Studium findet daher vorwiegend in kleinen Gruppen von etwa drei Personen statt, die gemeinsam mit Dozenten eine Arbeit anfertigen. Diese Studienprojekte nehmen den größten Teil der Zeit in Anspruch. Jedes Projekt dauert entweder ein oder zwei Semester; in dieser Zeit wird ein einziges Thema bearbeitet. Das Arbeitsergebnis ist im allgemeinen ein Text, oft zusätzlich ein Plan. Die Themen sind meist innerhalb eines recht breiten? Rahmens frei wählbar oder es kann zwischen verschiedenen Themenangeboten gewählt werden. Zu Beginn des Studiums haben die Projekte mehr den Charakter der Einübung in konkrete Planungsaufgaben, wie sie auch in der Berufspraxis auftreten können (z. B. Wiederherstellung des natürlichen Zustands eines Baches). Später haben sie stärker den Charakter von (interdisziplinären) Forschungsarbeiten; auch treten theoretische Fragen mehr in den Vordergrund (z. B. die Möglichkeit ethischer Begründung des Naturschutzes, das Verhältnis der Wissenschaft Ökologie zur "politischen Ökologie", ökologische Theorien über die Wirkungen der „Biodiversität“). Projekte für die Studenten der Landschaftsplanung werden vom Lehrstuhl für Landschaftsökologie, vom Lehrstuhl für Vegetationsökologie, vom Lehrstuhl für Theorie und Management der Landschaftsentwicklung und anderen Lehrstühlen der TU München angeboten.

 

Die Projekte sind nicht einfach Übungen, sondern sie haben überwiegend den Anspruch, einen Beitrag zur Lösung wirklicher Probleme zu leisten. So arbeiten in Planungsprojekten die Studenten sehr oft mit Gemeindevertretern zusammen, und die Arbeiten der Studenten beeinflussen nicht selten die Umwelt- und Naturschutzpolitik der Gemeinde. Die eher forschungsorientierten Projekte sind grundsätzlich bestrebt, wissenschaftlichen Ansprüchen zu genügen; nicht selten werden Projektergebnisse in Fachzeitschriften publiziert oder sie gehen in Bachelor-, Master- und Doktorarbeiten über.
Außer Projekten gibt es die universitätsüblichen Lehrformen der Seminare, Übungen und Vorlesungen, wenn auch in weit geringerem Umfang als in anderen Studiengängen. Besonders wichtig sind die zahlreichen Exkursionen, meist in Bayern, aber auch in fernere Gegenden. In den letzten Jahren ging es z. B. nach Sibirien und nach Australien, nach Brasilien und nach Feuerland.
In den Projekten wird die Projektarbeit benotet, zusätzliche Prüfungen gibt es nicht. Vorlesungen enden meist mit einer mündlichen oder schriftlichen Prüfung. Die Noten der einzelnen Lehrveranstaltungen werden unterschiedlich gewichtet. Projektnoten zählen, entsprechend dem größeren Arbeitsaufwand, erheblich mehr als andere.
Ein Berufspraktikum ist nicht vorgeschrieben, aber zu empfehlen. Ein Semester des Studiums muß im Ausland absolviert werden, sei es an einer Universität, sei es als Praktikum an einer anderen Institution mit fachlichem Bezug zu den Inhalten des Landschaftsplanungsstudiums.

 
 
 

 

  Berufsmöglichkeiten
Das klassische Tätigkeitsfeld für die Absolventen des Studiums der Landschaftsplanung sind Behörden, ihnen zuarbeitende freie Gutachter- und vor allem Planungsbüros.
Die Behörden wurden im Wesentlichen vor ca. 30 Jahren aufgebaut, so dass seitdem fast keine Stellen mehr neu zu besetzen waren. Wegen der anlaufenden Pensionierungswelle wird sich das aber im Laufe der nächsten Zeit ändern. Der Einstieg in den öffentlichen Dienst erfolgt meist als Sachbearbeiter oder auf einer unteren Führungsebene. Man kann bis zum Leiter einer Dienststelle aufsteigen. Ein traditionelles Schwergewicht bilden Stadtplanungsämter und Naturschutzverwaltungen der Gemeinden und Landkreise oder auch Verwaltungen von Nationalparks. Aber auch Landes- und Bundesministerien im Rahmen ihrer Zuständigkeit für die Raumordnung, die Landesplanung, den Städtebau, den Umweltschutz und den Naturschutz bieten Arbeitsmöglichkeiten.
Die Auftragslage der freien Büros ist jetzt nicht zuletzt wegen der besser gefüllten öffentlichen Kassen – die Aufträge werden weit überwiegend von staatlichen und kommunalen Stellen vergeben – wieder besser geworden. Die Tätigkeiten in Planungsbüros umfassen die Landschaftsplanung im engeren Sinne (z. B. Erstellung eines Landschaftsplans für eine Gemeinde), die gutachterliche Tätigkeit (z. B. ökologische Untersuchung einer Autobahnplanung im Rahmen einer Umweltverträglichkeitsstudie) und die Arbeit als Sachverständiger. Nicht selten sind für Landschaftsplanungsbüros aber auch landschaftsarchitektonische Aufgaben, z. B. Planung und Bau eines Parks oder die Gestaltung von Straßenräumen in Städten

Limnologie

Im klassischen Tätigkeitsfeld (Behörden, Planungsbüros) arbeitet etwa die Hälfte der Absolventen. Die übrigen verteilen sich auf eine ganze Reihe von Tätigkeiten.
So besteht neben der Möglichkeit freiberuflicher Bürotätigkeit die einer unternehmerischen Berufsausübung. Dafür bieten sich vor allem Betriebe des Garten- und Landschaftsbaus an. Letztlich bleibt es aber der Initiative und Findigkeit jedes Einzelnen überlassen, als Unternehmer Erfolg zu finden. Daß das möglich ist, gewährleisten die besonderen Fähigkeiten, die man im Studium der Landschaftsplanung erwirbt. Das sind insbesondere die Fähigkeiten im Umgang mit Menschen, die man dadurch erlangt, daß man im Studium, ganz anders als in den allermeisten anderen Studiengängen, meist in Gruppen arbeitet und ständig zu tun hat mit Leuten verschiedenster Art, von Verbandsvertretern über Fachleute verschiedenster Art bis zu Gemeinderäten und normalen Bürgern. Und es ist der weite Überblick, den man nur in einem interdisziplinären Studium gewinnen kann. Ein wichtiges Tätigkeitsgebiet ist auch die Forschung in Instituten innerhalb und außerhalb der Universität. Aufgrund des interdisziplinären Charakters erlaubt das Studium, sich in sehr verschiedene Bereiche einzuarbeiten. So ist es für Absolventen der Landschaftsplanung möglich – und nicht wenige wählen diesen Weg – sich Forschungsfelder zu erschließen, die normalerweise ein natur- oder kulturwissenschaftliches Studium erfordern (z. B. Biologie, Sozialwissenschaften, Geographie). Weitere Berufsmöglichkeiten erstrecken sich von der Umweltbildung über Berufsschulen (Zusatzausbildung erforderlich) bis hin zu publizistischen Tätigkeiten bei Presse, Rundfunk und Fernsehen. Zunehmend wichtig ist in den letzten Jahren die Arbeit in fachbezogenen Verbänden und Organisationen geworden. An Bedeutung gewonnen hat auch die Beratungstätigkeit in der Wirtschaft. Wichtiger geworden ist schließlich die Entwicklungshilfe. Die Chancen sind dort meist sehr gut, doch ist es dafür erforderlich, das Studium eigens daraufhin auszurichten (z. B. Praktikum und Abschlußarbeit in einem Land der „Dritten Welt“; diese Möglichkeit bietet das Studium). Arbeitschancen bestehen hier vor allem über die Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) und den Deutschen Entwicklungsdienst (DED). Von der Entwicklungshilfe abgesehen, war bisher der Arbeitsmarkt im wesentlichen auf Deutschland beschränkt. Das wandelt sich aber im Zuge der EU-weiten Vereinheitlichung der Landschaftsplanung als zur Zeit sehr rasch.

 
 
 

 

 
  Doktorarbeit
Wer eine Berufstätigkeit in der Forschung anstrebt oder zumindest für einige Jahre als Wissenschaftler arbeiten will, muß promovieren, d. h. eine Doktorarbeit schreiben. Zur Zeit tun das ca. 10 - 20 % der Landschaftsplanungs-Absolventen, die meisten an den Lehrstühlen für Landschaftsökologie und Vegetationsökologie. Promotionsmöglichkeiten bestehen aber auch an anderen Lehrstühlen des Departments für Ökologie und Ökosystem-Management der TU München (Themen von laufenden Doktorarbeiten findet man auf den Internetseiten der Lehrstühle dieses Departments) sowie an anderen Forschungseinrichtungen dieser Universität. Man kann zur Promotion auch die Universität wechseln.

Mit der Doktorarbeit qualifiziert man sich als Wissenschaftler eines bestimmten Gebietes. Wie die laufenden Arbeiten des Lehrstuhls für Landschaftsökologie zeigen, ist das Fächerspektrum, in das man auf diese Weise von einem Studium der Landschaftsplanung aus einsteigen kann, sehr breit. Es sind zum großen Teil Themen, wie sie oft auch von Absolventen der Agrar- und Forstwissenschaften, der Geographie und der Biologie, aber auch verschiedener Sozial- und Kulturwissenschaften bearbeitet werden.
 

 

  Studienort
Das Studium findet überwiegend in Weihenstephan, einem der drei Standorte der TU München, statt, zum Teil auch in der Innenstadt von München. Weihenstephan gehört zu Freising, einer alten Bischofsstadt, die etwa 30 Kilometer nordöstlich von München liegt. Die Fahrtzeit in die Münchener Innenstadt beträgt mit der S-Bahn ca. 40 Minuten, mit der Fernbahn (etwa alle halbe Stunde) nur ungefähr 25 Minuten. Obwohl natürlich München mit seinem vielseitigen kulturellen Angebot sehr anziehend ist, hat auch Freising einiges zu bieten: Außer in Kabaretts, Kinos und Konzerten kann man seine Freizeit auch bei studentischen Veranstaltungen verbringen. Selbstverständlich gibt es in Freising Bars, Cafés, Kneipen und Biergärten; schließlich ist Weihenstephan Standort der ältesten Brauerei der Welt. Alles in allem ist Freising ein Städtchen, in dem man sich schnell wohl und heimisch fühlen kann.

Freising (Bildquelle, verändert)
 
 

 

 
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